
In Innsbruck Eislaufen heißt: tagsüber auf dem zugefrorenen See gleiten, abends in der legendären Olympia-Halle trainieren, dazwischen glühenden Punsch trinken. Ich fahre seit über zehn Jahren regelmäßig hierher – nicht nur zum Skifahren, sondern auch um auf dem Eis zu stehen. Die Stadt bietet mir eine seltene Kombination: historische Indoor-Bahnen mit Olympia-Pedigree und authentische Naturbahnen, wo das Eislaufen noch kostenfrei und wirklich persönlich ist.
Eislaufen in Innsbruck: Indoor oder Outdoor?
Diese Frage beantwortete sich für mich immer saisonal. Im Winter (Dezember bis Februar) hast du beide Optionen: Die Indoor-Eishallen sind ganzjährig geöffnet und ermöglichen dir konstante Temperaturen und zuverlässige Öffnungszeiten – besonders wichtig bei Kindern oder ungeplantem Besuch. Gleichzeitig entstehen dann im Freien wunderbar idyllische Szenen: Die Olympia-Außenbahn neben der Halle wird präpariert, der Baggersee friert zu, und der Marktplatz verwandelt sich in einen romantischen Eislauf-Platz mit Christkindlmarkt-Feeling. Von März bis November konzentriert sich dein Eislaufen auf die ganzjährig geöffneten Hallen – hier ist Planung wichtiger, dafür aber garantiert.
Der pragmatische Tipp: Wenn du entspannt bleiben möchtest und Kinder dabei hast, fahr Indoor. Wenn du das echte Innsbrucker Eislauf-Abenteuer suchst – Natureis, freie Natur, die Berge ringsum – mach dich im Dezember oder Januar auf zum Baggersee.
Die 5 wichtigsten Eisbahnen
1. Olympiaworld Eishalle – Das Herz der Innsbrucker Eislauf-Tradition
Die Olympiaworld ist nicht einfach „eine Eishalle“ – sie ist das Symbol. Erbaut 1964 und erweitert 1976 für die Olympischen Winterspiele, bietet diese 60 m × 30 m große Indoor-Bahn genau das, was du brauchst: zuverlässig, ganzjährig geöffnet, mit professioneller Eisqualität. Wenn ich hier ankomme, merke ich sofort: Das ist die Bahn, auf der Profis trainieren und wo Familien genauso willkommen sind wie Hobbyläufer.
Die Skate-Sessions für Anfänger und Fortgeschrittene finden regelmäßig statt, und die Atmosphäre ist offen – nicht elitär. Es gibt Schlittschuh-Verleih vor Ort (ca. 5–7 € pro Stunde), Schließfächer, und oft ein kleines Café. Der Eintritt liegt bei ca. 6–8 € für Erwachsene, Kinder zahlen 3–4 €. An Ferienzeiten laufen spezielle Eislauftage, und die Disco on Ice-Events sind legendär. Für Familien mit Kindern, die sich trauen wollen, ist die Olympiaworld meine erste Wahl.
2. Eishalle Tivoli – Die moderne Alternative am Stadion
Östlich vom Olympia-Stadion, am Tivoli-Platz, steht die Eishalle Innsbruck – die kleinere, gemütlichere Schwester. Sie ist auch ganzjährig geöffnet und hat ihren eigenen Charme: Weniger Lärm, kürzere Schlangen, häufig weniger überlaufen. Das Eis ist genauso gut wie in der Olympiaworld, nur eben intimer.
Ein großer Bonuspunkt: Am Tivoli-Stadion finden regelmäßig Eishockey-Spiele statt – falls dir die Atmosphäre des HC TWK Innsbruck zusagt, kannst du hier auch ein Match besuchen. Der Eintritt zur Eisbahn selbst ist ähnlich wie in der Olympiaworld, und auch hier sind Schlittschuh-Verleih und Öffnungszeiten praktisch. Der Weg ist kurz vom Zentrum, und für einen ruhigeren Freitagvormittag ist die Tivoli-Bahn oft perfekt.
3. Olympische Outdoor-Eisbahn – Saisonal neben der Halle (Winter)
Direkt neben der Olympiaworld entsteht in den Wintermonaten (meist ab Dezember bis Februar, bei ausreichend kaltem Wetter) eine kleine Außenbahn. Das klingt bescheiden – ist aber magisch. Du läufst unter freiem Himmel, die Berge sind sichtbar, und die Qualität ist hochwertig, weil sie von denselben Teams wie die Indoor-Bahn gepflegt wird.
Die Eintrittspreise sind ähnlich wie drinnen, der Verleih funktioniert gleich. Der Unterschied: Du brauchst etwas wärmere Kleidung, dafür aber auch weniger Stille-Manieren – das Lachen ist lauter, die Energie freier. Ideal für Tage, an denen das Wetter passt und du das echte Outdoor-Feeling suchst, ohne dich auf einen zugefrorenen See verlassen zu müssen.
4. Weihnachts-Eisbahn am Marktplatz – Pop-up mit Christkindl-Charme
Dezember und Januar: Der Innsbrucker Marktplatz (Markthalle / Altstadt) wird zur Bühne für eine kleinere, aber legendär romantische Eisbahn. Sie ist Teil des Christkindlmarktes – also nicht isoliert wie eine Sportanlage, sondern eingebettet in Punsch-Buden, Lebkuchen-Stände und weihnachtliche Dekoration.
Die Bahn ist kleiner und weniger professionell als die großen Hallen, dafür aber atmosphärisch unschlagbar. Du läufst unter Lichterketten, hörst Weihnachtsmusik von echten Musikern, und eine Tasse glühenden Punsch (ca. 4–5 €) ist unmittelbar danach dein bester Freund. Die Eintrittspreise sind ähnlich wie überall (ca. 5–6 € für kurze Nutzung), und der Verleih ist vorhanden. Für eine romantische Stunde zu zweit oder eine Familien-Weihnachtserinnerung: Das ist der Ort.
5. Baggersee Rossau – Die Naturbahn (Wintersaison, kostenlos!)
Das ist die echte Innsbrucker Insider-Erfahrung. Der Baggersee liegt südöstlich der Stadt (ca. 15 Minuten mit dem Auto oder Fahrrad vom Zentrum), und wenn die Temperaturen im Januar und Februar stabil bleiben, friert er zu. Dann wird die Fläche zur kostenlosen Natureis-Eisbahn – keine Einnahmen für die Stadt, aber maximale Authentizität.
Hier läufst du auf echtem, nicht künstlich präpariertem Eis. Das Wasser kann dick oder dünn sein, das Eis kann Risse haben, die Erfahrung ist ehrlich. Es gibt keinen Verleih vor Ort – du musst deine eigenen Schlittschuhe mitbringen. Aber gerade deshalb ist der See heilig für mich: Es ist der Ort, wo Eislaufen nicht kommerzial ist, wo Einheimische kommen, um leise zu sein und die Berge zu sehen. Im April 2026 ist das Eis längst weg – aber merke dir den Tipp für die nächste Saison.
Schlittschuhe leihen
An allen großen Eisbahnen – Olympiaworld, Tivoli, Marktplatz – funktioniert der Verleih zuverlässig. Die Preise liegen bei ca. 5–7 € pro Stunde, und die Größenauswahl ist meist anständig. Das Personal kennt sich aus und passt deine Schuhgröße vernünftig an. Für Kinder sind die Preise oft etwas günstiger.
Aber ehrlich: Wenn du öfter kommst oder ein Kind dabei hast, das schnell wächst, lohnt sich der Kauf eigener Schlittschuhe. 40–60 € für Einsteigerqualität sind gut angelegt, und psychologisch ändert sich was, wenn Kinder ihre „eigenen“ Schuhe haben. Du kannst auch online vorher bestellen (Decathlon, Intersport) und sparen. Achte auf passende Innensohlen und nicht zu enge Schnürung – ein häufiger Anfängerfehler, der Blasen erzeugt.

Mit Kindern eislaufen
Für mich ist Innsbruck die beste Stadt, um Kindern das Eislaufen beizubringen. Warum? Weil die Bahnen klein genug sind, um nicht überwältigend zu wirken, und weil es genug Anfänger-Infrastruktur gibt.
Die Olympiaworld bietet regelmäßig Familien-Stunden an – feste Slots, in denen die Bahn weniger voll und lauter ist. Es gibt auch Pinguin-Hilfen (Kunststoff-Schieber für Kinder), die kostenlos verliehen werden. Viele Kinder haben weniger Angst, wenn ein farbiger Pinguin vor ihnen im Eis steckt. Kurse für Anfänger werden angeboten, und Geburtstags-Pakete (Eisbahn-Miete plus Betreuung) sind ebenfalls buchbar – frag einfach beim Eingang nach.
Wichtig: Helm-Verleih ist möglich (ca. 2–3 €), und ich würde ihn für kleine Anfänger nutzen – nicht aus Angst, sondern aus pragmatischem Grund. Und bringt Handschuhe mit! Das ist oft vergessen und macht den Unterschied zwischen „schön“ und „erfrierend“.
Praktische Tipps
Nach zehn Jahren Innsbruck-Besuche hab ich mir ein paar Tricks gemerkt:
Zeitpunkt: Vormittags (9–12 Uhr) sind die Eisbahnen deutlich ruhiger. Wenn du mit Kindern kommst, geh früh. Freitagabende sind vollgestopft, Montagvormittage sehr entspannt.
Was anziehen: Thermoleggins, nicht einfach Jeans. Dicke Socken (zwei Paar). Handschuhe sind wichtiger als warme Füße – deine Hände erfrieren zuerst, und das tut weh. Eine lange Daunenjacke ist ideal, weil sie warm ist und nicht verrutscht, wenn du fällst. Und freu dich auf Fälle – jeder fällt irgendwann, und es ist normal.
Schließfächer und Café: Beide großen Hallen haben Schließfächer (ca. 1–2 € Kaution). Das ist praktisch, besonders wenn du einen Rucksack mitgebracht hast. Viele Hallen haben auch kleine Cafés oder Getränkestände – nicht fine dining, aber warme Getränke und Würstchen.
Reservierung: Für normales Freizeitlaufen brauchst du selten zu reservieren. Wenn es Schulferien sind oder du mit einer Gruppe (10+ Personen) kommst, ruf vorher an.
Eislaufen-Veranstaltungen und Events
Über das Jahr verteilt gibt es regelmäßige Events, die das Eislaufen in Innsbruck besondere machen:
Disco on Ice: Regelmäßig in der Olympiaworld – DJ, Lichter, Musik statt Stille. Die Stimmung ist jung und energetisch, perfekt für Teenager.
HC TWK Innsbruck Eishockey: Die heimische Mannschaft spielt regelmäßig (meist Oktober bis März). Wenn du Eishockey magst, schau ins Programm – die Heimspiele im Tivoli sind Innsbrucker Tradition.
Olympia-Show-Events: Die Olympiaworld veranstaltet regelmäßig Demos und kleinere Eiskunstlauf-Aufführungen.
Christkindlmarkt (Dezember): Mit der Eisbahn am Marktplatz kommen auch kulturelle Programme – Chöre, Live-Musik, das volle Paket.
FAQ
F: Wie viel kostet der Eintritt? A: Erwachsene ca. 6–8 €, Kinder (meist 4–12 Jahren) ca. 3–4 €. Schlittschuh-Verleih extra ca. 5–7 €/Stunde. Die Marktplatz-Bahn im Dezember ist etwas günstiger. Der Baggersee ist kostenlos.
F: Muss ich vorher reservieren? A: Nein, normalerweise nicht. An Schulferien (Februar, Ostern) oder für große Gruppen (10+ Personen) ist es sinnvoll, anzurufen.
F: Sind die Eisbahnen behindertengerecht? A: Die Olympiaworld und Tivoli haben Rampen und Behindertenparkplätze. Die Naturbahn am Baggersee ist es nicht. Ruf vorher an, wenn du spezifische Fragen hast.
F: Wann taut der Baggersee? A: Das hängt vom Wetter ab. Meist friert er ab Mitte Dezember zu und taut Anfang März wieder auf. In besonders milden Wintern bleibt das Eis dünn oder entsteht gar nicht. Überprüfe lokal, ob er begehbar ist, bevor du hinträgst.
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